Wer aus der Ukraine nach Deutschland kommt, bringt Papiere mit, die zu Hause selbstverständlich waren und hier plötzlich erklärt werden müssen. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Zeugnisse, Arbeitsbuch: Ämter wollen sie in deutscher Sprache lesen.

Dabei geht es nicht um irgendeine Übersetzung. Behörden akzeptieren in der Regel nur Übersetzungen, die von einem ermächtigten oder öffentlich bestellten Übersetzer stammen. Dieser Beitrag erklärt, worauf Sie achten sollten.

Welche Dokumente meistens gebraucht werden

Für Aufenthaltstitel, Familiennachzug, Arbeit und Studium werden meist dieselben Unterlagen verlangt. Dazu gehören Geburtsurkunden, Heirats- und Scheidungsurkunden, Schulzeugnisse, Diplome, Bescheinigungen über Familienstand und Führungszeugnisse.

Bei Bedarf kommen Arbeitszeugnisse, Auszüge aus dem Arbeitsbuch und medizinische Unterlagen hinzu. Fragen Sie bei der Behörde nach einer Liste, bevor Sie bestellen.

Was „beglaubigt“ in Deutschland bedeutet

Eine beglaubigte Übersetzung trägt Stempel und Unterschrift eines ermächtigten Übersetzers. Er bestätigt damit, dass die Übersetzung vollständig und richtig ist. Die Behörde kann sich darauf verlassen, ohne selbst Ukrainisch zu lesen.

Wer eine beglaubigte Übersetzung Ukrainisch Deutsch bestellt, sollte darauf achten, dass der Beglaubigungsvermerk auf jeder Urkunde steht und dass die Übersetzung fest mit der Kopie des Originals verbunden wird.

Namen und Transliteration

Die größte Fehlerquelle sind Namen. Ukrainische Namen werden in kyrillischer Schrift geschrieben und in lateinische Buchstaben übertragen. Dafür gibt es mehrere Systeme, und der Pass folgt oft einem anderen als die Urkunde.

Legen Sie dem Übersetzer unbedingt Ihren Reisepass vor. Die Schreibweise im Pass sollte in allen Übersetzungen identisch sein, sonst fragen Ämter nach, ob es sich um dieselbe Person handelt.

Datumsangaben und Ortsnamen

Auch Daten bringen Fehler mit sich. In der Ukraine wird der Tag vor dem Monat geschrieben, wie in Deutschland, aber Punkte und Schrägstriche variieren. Gute Übersetzer schreiben den Monat aus, um Zweifel zu vermeiden.

Ortsnamen haben oft zwei Formen, eine ukrainische und eine russische. Fragen Sie, welche Schreibweise Ihre Papiere verwenden, und lassen Sie das einheitlich übertragen.

Apostille und Legalisation

Manche ukrainische Urkunden brauchen eine Apostille, damit deutsche Stellen die Echtheit anerkennen. Die Apostille wird in der Ukraine ausgestellt, nicht in Deutschland, und sie kommt vor der Übersetzung.

Welche Regeln gerade gelten, hängt von der Art der Urkunde und vom Zweck ab. Fragen Sie vorab bei der Behörde nach, ob eine Apostille erwartet wird, bevor Sie Geld für Übersetzungen ausgeben.

Ein Beispiel: Einbürgerung

Wer sich einbürgern lassen will, muss eine ganze Reihe von Dokumenten vorlegen, und viele davon brauchen eine Übersetzung. Dazu gehören Personenstandsurkunden, Nachweise über Ausbildung und Beruf und oft auch ein Lebenslauf.

Welche Unterlagen genau gebraucht werden, beschreibt der Beitrag Dokumente für die Einbürgerung in Deutschland, mit Hinweisen zu Reihenfolge und Fristen.

Wo Sie offizielle Informationen finden

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erklärt auf seiner Seite, welche Verfahren es gibt und welche Nachweise verlangt werden. Auf der Seite des BAMF finden Sie Informationen in mehreren Sprachen, darunter auch Ukrainisch.

Prüfen Sie dort zuerst die aktuellen Hinweise, denn Regeln und Formulare ändern sich.

Wer die Übersetzung nicht machen sollte

Verzichten Sie darauf, Urkunden selbst zu übersetzen, und bitten Sie auch keine Verwandten oder Freunde darum. Auch bei sehr guten Sprachkenntnissen wird die Übersetzung nicht anerkannt, wenn der Vermerk eines ermächtigten Übersetzers fehlt.

Wer Zeit sparen will, lässt sich beraten, welche Dokumente beglaubigt werden müssen und welche mit einer einfachen Übersetzung genügen.

Scans, Kopien und Originale

Der Übersetzer braucht gut lesbare Scans, auf denen Stempel, Siegel und handschriftliche Einträge vollständig zu sehen sind. Scannen Sie flach, in Farbe und mit der Rückseite, falls dort etwas steht.

Bewahren Sie die Originale sicher auf. Behörden verlangen sie manchmal zur Einsicht, und Ersatzurkunden zu beschaffen kostet Zeit.

Zeugnisse und Diplome

Schul- und Hochschulzeugnisse enthalten Noten, Fächer und Stempel. Das ukrainische Notensystem unterscheidet sich vom deutschen. Gute Übersetzer rechnen Noten deshalb nicht selbst um, sondern übertragen sie mit einer kurzen Erläuterung.

Die Umrechnung übernimmt die Stelle, die den Abschluss anerkennt. Lassen Sie die Fächerlisten vollständig übersetzen, denn sie entscheiden oft über die Anerkennung.

Wie lange es dauert

Kurze Urkunden sind bei seriösen Anbietern oft in einem bis drei Werktagen fertig. Längere Dokumente wie Zeugnisse mit Fächerlisten brauchen mehr Zeit. Ein Eilservice ist möglich, kostet aber extra.

Planen Sie auch die Postlaufzeit ein, wenn die Behörde eine Papierfassung mit Original-Stempel verlangt.

Typische Fehler

Drei Fehler tauchen immer wieder auf. Namen sind in den Übersetzungen unterschiedlich geschrieben. Stempel und Randvermerke sind nicht übersetzt. Die Apostille fehlt, obwohl sie verlangt wird.

Eine kurze Kontrolle vor dem Einreichen spart oft Wochen an Wartezeit.

Was es kostet

Kurze Urkunden werden oft pro Seite berechnet, längere Texte nach Wörtern. Fragen Sie, ob Beglaubigung, Versand und eine Korrekturrunde enthalten sind, und vergleichen Sie die Endsumme.

In manchen Fällen übernehmen Ämter oder Beratungsstellen Kosten. Fragen Sie nach, bevor Sie selbst bezahlen.

Das Wichtigste zum Schluss

Ukrainische Urkunden brauchen für deutsche Behörden meist eine beglaubigte Übersetzung. Klären Sie, welche Papiere verlangt werden, achten Sie auf einheitliche Namen und kümmern Sie sich früh um Apostillen.

So gehen Sie mit vollständigen Unterlagen in den Termin und vermeiden Rückfragen.